Arctic Summits Expedition: Pionierarbeit an den Gipfeln Grönlands
M2b Redaktion am 13.05.2008 - 09:22 Uhr
Immer aktuell berichten wir Ihnen von der Expedition "Arctic Summits". Per Satelittenentelefon gab Georg Csak aus seinem Zelt in Grönland eine kurze Meldung und freute sich über das Erreichen des Expedtionszieles: "Das Gros haben wir jetzt erreicht, die vier höchsten Berge Grönlands sind bestiegen. Highlight und eine absolute Katastrophe war der vierthöchste Berg, der PEV. Geplant waren 16-18 Stunden, am Ende waren es 28, die wir unterwegs waren. Bei null sicht tasteten wir uns vom Berg hinunter und mussten mit unseren Stöcken den Schnee vor uns nach Spalten abtasten - eine schweinegefährliche Aktion. Aber die anderen Berg waren Klasse, auch wenn das Abfahren von den Bergen sehr schwierig ist - blankes Eis statt Pulverschnee. Jetzt sind wir am Gronau-Nunatakker und bereiten uns auf die 100 Kilometer Marsch nach Norden vor, um zu dem Punkt zu kommen, wo wir abgeholt werden. Bisher konnten wir die Kites kaum nutzen, insgesamt haben wir nur zwölf Kilometer mit ihnen zurückgelegt, weil entweder zu wenig Wind war oder er aus der falschen Richtung kam. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir auch den letzten Teil unser Tour erfolgreich hinter uns bringen!"
In ihrem Tagebuch schreiben die beiden Luftwaffe-Offiziere Georg Csak und Dominik Rind täglich exklusiv von ihrer spektakulären Expedition in Grönland! Hier die letzten Einträge:
11. Mai 2008 – Zwei Erstbesteigungen im Gronau Nunatakker Ort: 69:28.9N 30:16.8W (2510m)
Wetter: bedeckt, abends leichter Schneefall, -8 – -16 Grad C
"Innerhalb von 12 Stunden gelingen uns zwei Erstbesteigungen mittleren Schwierigkeitsgrades, Gipfelhöhen ca. 2800m, Abfahrten auf Skiern. Wir denken an den Mann, dessen Namen diese Gebirgslandschaft trägt: Wolfgang von Gronau (1893-1977), deutscher Flieger und Luftfahrtpionier, erblickte sie als erster Mensch aus dem Cockpit seiner Dornier Wal D-1422, als er 1930 den ersten Transatlantikflug auf dem nördlichen Luftweg von Sylt über Island-Grönland-Labrador nach New York bewältigte. 1932 führte ihn die Route seiner Weltumrundung erneut über Grönland. Ein wenig stolz sind wir schon, dass wir – ebenfalls deutsche Piloten - 78 Jahre später, (allerdings nicht in beruflich-fliegerischer Mission!) auf Skiern hier unterwegs sind. „Nunatakker“ bedeutet in der Eskimo-Sprache: „Bergspitzen, die aus dem Inlandeis hervorragen“."
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10. Mai 2008 Ort: 69:28.9N 30:16.8W (2510m)
Wetter: teilweise wolkig, -13 – -24 Grad C
"Bei stürmischem Gegenwind kämpfen wir uns weitere zwölf Kilometer den Gletscher hinauf, dabei überwinden wir 820 Höhenmeter. Mit den schweren Pulkas im Schlepp ist dies eine elende Schinderei. Endlich haben wir das Gronau Nunatakker Gebirge erreicht. Sechs Stunden später eröffnet sich uns ein völlig neuer Blick in die unberührte Weite des Inlandeises."
09. Mai 2008 Ort: 69:22.9N 30:16.3W (1690m)
Wetter: heiter, -17 – -31 Grad C
"Auch heute bläst uns der Wind entgegen, dazu ist es merklich kälter. Immerhin schaffen wir bei guter Sicht 16 Kilometer Fußmarsch auf diesem unendlich erscheinenden Gletscher."
08. Mai 2008 Ort: 69:14.9N 30:12.0W (1600m)
Wetter: bedeckt, Schneefall, -11 – -25 Grad C
"Wegen starken Schneesturms bleiben wir vorerst im Zelt. Am Nachmittag bessert sich das Wetter und wir können bei gutem Wind auf dem riesengroßen Christian IV. Gletscher kiten. Es ist sehr anstrengend, mit einer Hand den Kite zu lenken und mit der anderen die noch immer schweren Pulkas zu manövrieren. Das extrem unebene Eis (Sastrugis) und betonharte Schneeverwehungen stellen hohe Anforderungen an Mensch und Material. Bei jedem lauten Knall halten wir an und kontrollieren etwaige Schäden an den Pulkas. Bis jetzt haben sie gut durchgehalten. Nach elf Kilometern bekommen wir den Wind von vorne, so dass wir die Kites verpacken und noch fünf Kilometer Fußmarsch hinter uns bringen."
07. Mai 2008 - Über den Christian IV.-Gletscher Ort: 69:01.6N 29:55.6W
Wetter: teilweise wolkig, 0 – -11 Grad C
"Es ist mühsam, und kostet uns einen ganzen Tag, unsere Pulkas 19 Kilometer über den Gletscher zu ziehen."
06. Mai 2008 Ort: 69:01.1N 29:42.2W
Wetter: heiter, -6 – -20 Grad C
"Heute haben wir unser Lager abgebrochen, fünf Tage lang war es unser zu Hause und bot uns auf 2300m Höhe Schutz vor Schneestürmen und Kälte. Gegen Mittag ist alles auf den Pulkas verschnürt und wir verlassen die Watkins Mountains. An diesem Nachmittag marschieren wir noch 16 Kilometer in nördlicher Richtung."
05. Mai 2008 – Cone Wetter: 68:53.4N 29:44.3W
Wetter: -5 - -18 Grad C
"Wiederum müssen wir einen heftigen Schneesturm im Zelt aussitzen. Als es am Nachmittag etwas abflaut, hält uns nichts mehr und wir steigen bei leichtem Schneefall zum Cone auf. Um 21.30 Uhr stehen wir auf dessen Gipfel, der mit 3669m der dritthöchste in Grönland ist. In der Dämmerung können wir mit den Skiern abfahren. Damit haben wir das Hauptziel unserer Expedition erreicht. Wenn der Wettergott uns auch nicht immer wohlgesinnt war, so sind wir doch froh und dankbar, dass wir die vier höchsten Berge Grönlands bestiegen haben und auf Skiern ohne Blessuren wieder heruntergekommen sind."
04. Mai 2008 - Dome Ort: 68:53.4N 29:44.3W
Wetter: - 8 - - 18 Grad C
"Ein kleines Zwischenhoch erlaubt uns die Besteigung des Domes, zweithöchster Gipfel Grönlands mit 3683m. Die Skiabfahrt gelingt zu unserer Zufriedenheit."