Dachstein Xtreme 2008: Grandioses Finale des Austria Skitour Cups
M2b Redaktion am 31.03.2008 - 09:06 Uhr
Die Tourengeher Österreichs und einige internationale Athleten trafen sich am Samstag, den 29. März, auf dem Dachstein, um den Besten ihrer Sportart zu ermitteln. Der Dachstein Xtreme ist Österreichs Aushängeschild der Wettkämpfe im Skibergsteigen, er hat den Ruf als das härteste Tourenski-Rennen der Ostalpen. Auf 16,9 Kilometern mussten die Athleten 1960 Höhenmeter überwinden, wobei die Strecke sie auch auf den Dachstein führte, welcher mit knapp 3000 Metern der höchste Berg Oberösterreichs und der Steiermark ist. Nach dem im vorangegangenen Jahr der Dachstein Xtreme sogar als Weltcup Rennen geführt worden ist, waren auch in diesem Jahr wieder rund 110 Starter bereit, sich zu Berggipfeln zu kämpfen.
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Ergiebige Schneefälle erschweren Organisation
Normalerweise sind die Alpenregion froh um jeden Schneefall, dieses Mal hätte er den Veranstaltern fast einen Strich durch die Rechnung gemacht: Im Gegensatz zur ursprünglichen Streckenplanung fand das Rennen nur auf dem Gletscherplateau statt, da die Lawinengefahr auf dem Weg von der Talstation hinauf zur Bergstation einfach zu groß war. Weil sich der Wettergott aber ab Mittag gnädig zeigte, konnte mit Hilfe einer kurzen Startverschiebung das Highlight des Rennens, der Hohe Dachstein, als Ziel behalten werden und die Ersatzstrecke, welche an die den Athleten bereits gut bekannte Weltcupstrecke vom Vorjahr anlehnte, war somit wirklich gut gelungen.
Gestartet wurde auf der Bergstation der Dachstein Seilbahn, nach einem Massenstart stürzten sich die Sportler waghalsig in einer rasanten Fahrt den Gletscher hinunter. In Spitzkehren ging es aber kurz darauf schon wieder hoch auf den Gjaidstein. Den härtesten Teil stellte aber der Anstieg auf den Hohen Dachstein dar. Die Strecke führte über einen Klettersteig auf den 3000 Meter hohen Dachsteingipfel. Die Ski auf dem Rucksack und gesichert mit einem Klettergurt kämpften sich die Athleten nach oben, überquerten den Gipfel hinunter zum Gosaugletscher, um über die Steinerscharte wieder auf die andere Seite zu wechseln. Nach der Abfahrt Richtung Simony Hütte ging es den letzten Aufstieg rasant hinauf in den Zielbereich, wo die Läufer von zahlreichen Zuschauern erwartet wurden.
Lugger siegt vor Hug
Nach insgesamt drei Tragepassagen, vier Abfahrten und fünf Anstiegen erreichte schließlich der erste Läufer das Ziel am Hunerkogel. Der Kärntner und amtierende Österreichische Meister Alexander Lugger erreichte das Ziel nach nur knapp über 2 Stunden 11 Minuten, dicht gefolgt von seinem schweizer Kollegen Alexander Hug. "In den technischen Passagen war Alex einfach unschlagbar, da hat er mir viel abgenommen. Ich gönne ihm den Sieg", sagte der Zweitplatzierte im Anschluss. Lugger ließ einen Dank folgen, hatte Hug doch zu Beginn des Rennens zum Großteil die Arbeit des Anspurens übernommen. Der Salzburger Hans Wieland, wie Lugger Mitglied des österreichischen Nationalteams, erreichte als Dritter das Ziel. Stark waren auch die Tiroler Nationalteammitglieder Alexander Fasser und Wolfgang Klocker Wolfgang auf den Rängen fünf und sechs - dazwischen hatte sich nur der Slovene Nejc Kuhar geschoben.
Prugger ohne Gegnerin
Bei den Damen entschied die Favoritin und Lokalmatadorin aus der Steiermark, Lydia Prugger, das Rennen für sich. Nachdem Lydia wie auch ihre männlichen Kollegen bereits bei der Weltmeisterschaft 2008 mit ihren Top Leistungen aufgezeigt hat, präsentierte sie sich auch bei diesem Rennen als unschlagbar. Für ihre Verfolgerinnen Renate Schwab (Steiermark) und Monique Merrill (USA) war es unmöglich, an ihren Fersen zu bleiben.
Amüsant die Geschichte der Teilnahme der Amerikanerin: Eigentlich wollte sie an einem Ski-Camp in Tirol teilnehmen, dann erfuhr sie jedoch vom Dachstein Xtreme, packte kurzerhand ihre Sachen und kam nach Schladming zur Anmeldung. Beinahe wäre die Teilnahme daran gescheitert, dass sie nur eine Rucksack in Expeditionsgröße mit sich hatte und nirgends ein kleiner Rennrucksack aufzutreiben war. Doch mit einem Leihrucksack ging sie schlißelich doch an den Start und beendete das Rennen als Dritte.
Rottmoser und Pfanzelt für den DAV erfolgreich
Auch zwei Nachwuchs-Athleten der DAV-Nationalmannschaft Skibergsteigen setzten sich beim Dachstein Xtreme in Szene. Der Rosenheimer Seppi Rottmoser, der mit Top-Platzierungen bei der WM vor wenigen Wochen und seinem Hattrick bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Single, Team und Vertical Race brillierte, holte sich am Dachstein in 1:35:14 den Sieg in der kurzen Distanz. Sein Teamkollege Michael Pfanzelt (Allgäu-Immenstadt) gewann die Junioren-Wertung der Langdistanz, bei der er insgesamt starker 17. wurde.
Bekannte Gesichter unter den Zuschauern
Zahlreiche Zuschauer auf der Strecke und im Start-/Zielbereich trotzten dem kalten und umgemütlichen Wetter und wurden mit tollen Leistungen der Athleten und im Verlauf des Rennens auch wunderbaren Anblicken der Bergwelt des Dachsteinmassives belohnt, denn pünktlich zum Zieleinlauf zeigte sich auch die Sonne. Unter den Zuschauern waren auch einige bekannte Gesichter, so zum Beispiel der östereichische Sport-Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka, VAVÖ Präsident Dr. Franz Kassel und der österreichische Profi-Radfahrer Gerrit Glomser, um nur einige zu nennen.
Der Dachstein Xtreme stellte den Abschluss der nationalen Rennen des ASTC dar, für die Nationalteams folgt aber in zwei Wochen noch das große Weltcup-Finale in Madonna di Campiglio.